Wolfgang Hesl spielte in seiner aktiven Profikarriere als Torwart unter anderem für den Hamburger SV, Dynamo Dresden, Greuther Fürth, Arminia Bielefeld und den 1. FC Kaiserslautern. Momentan macht er seinen Bachelor und verrät uns im Interview, wie er auf das Studium gekommen ist und welche Bedeutung es für ihn hat.  

Du hast 2019 das Ende deiner Profikarriere bekanntgegeben. 2020 hast du dann ein Studium begonnen. Warum?
Nach dem Ende meiner Karriere im Sommer 2019 brauchte ich zuerst eine Auszeit. Aber natürlich stellt sich dann die Frage: Wie geht es weiter? Ich hatte mich eigentlich in meiner aktiven Karriere immer als Trainer gesehen. Mir macht das auch total Spaß und das gibt mir unheimlich viel. Allerdings möchte ich das nicht im Leistungsbereich machen. In einer Amateurliga in meiner Heimat werde ich das bestimmt mal machen, aber eben nicht als Hauptberuf. Ich war schon immer jemand, der neben dem Sport auch etwas für den Kopf machen wollte. Da liegt ein Studium mit großem Bezug zum Sport sehr nahe.

Warum hast du dich für den SPORTBUSINESS CAMPUS (SBC) entschieden?
Als der SPORTBUSINESS CAMPUS vor einigen Jahren gegründet wurde und mit der SpVgg Greuther Fürth gestartet hat, war ich einer von zehn Fußballprofis, die an der ersten Weiterbildung teilgenommen haben. Mir hat das damals schon total Spaß gemacht und so war es nur logisch, dass ich das Studium fortsetze. Die Kombination Studium und Sport nicht nur im Lernstoff zu verknüpfen, sondern auch die Standorte damit zu verbinden, ist einfach einzigartig und für mich natürlich auch ein Stückweit eine kleine Reise in meine Vergangenheit als Fußballprofi.

Was gefällt dir am Studium?
Natürlich kenne ich an den verschiedenen Standorten Wolfsburg, Düsseldorf und vor allem natürlich Fürth noch einige Menschen, die dort nach wie vor arbeiten. Aber ich glaube am meisten gefallen mir die Begegnungen und Diskussionen vor Ort mit den Mitstudierenden, aber auch mit den Dozierenden oder Gastrednern. Man erhält einen sehr genauen Einblick in die tägliche Arbeit der verschiedenen Unternehmenswelten.

Und wie sieht dein Alltag im Studium aus?
Der Alltag im Studium sieht eigentlich für mich wie ein Arbeitstag aus. Am Morgen werden normalerweise die Kinder für Schule und Kindergarten fertig gemacht und danach setze ich mich an den Schreibtisch. Je nachdem was dann gerade ansteht, also Klausur oder eine Hausarbeit und eben jetzt auch die Studienarbeit, versuche ich gut voranzukommen. Natürlich gibt es auch Tage, an denen das nicht ganz so gut klappt. Durch die Corona-Pandemie sind ja Schulen und Kindergärten geschlossen. Dann sitzen wir schon mal gemeinsam am großen Esstisch und versuchen zusammen zu lernen.

Wie wichtig ist die Bildung im Sport?
Ich glaube, dass gerade im Fußball die Bildung zur aktiven Zeit viel zu kurz kommt. Nur wenige Profis machen nebenbei ein Studium. Das läuft in vielen anderen Sportarten definitiv besser. In den Führungspositionen der Fußballvereine ist da schon ein Wandel zu erkennen. Zwar sind die Positionen in vorderster Front meist immer noch durch ehemalige Spieler besetzt, jedoch müssen diese dann auch eine gewisse Ausbildung vorweisen können. Das war bis vor einigen Jahren noch anders. Da wurden viele Positionen mit Leuten besetzt, die von Unternehmensführung oder Management im Allgemeinen im Grunde keine Ahnung hatten.

Wo soll es für dich nach dem Studium hingehen?
Das ist eine sehr gute Frage. Natürlich wäre es prädestiniert als ehemaliger Profi und dann mit einer top Ausbildung zurück in den Sport zu gehen. Allerdings habe ich das Geschäft natürlich schon hautnah miterlebt und ich finde, dass manche Werte in den letzten Jahren verloren gegangen sind. So zählt zumeist ein gegebenes Wort nicht mehr viel, wenn man es nicht schriftlich hat. Aber genau das wiederum wäre der Reiz dabei, es auf meine eigene Art und Weise zu versuchen und zu sehen, wie weit man damit kommt. Ich kann mir aber auch gut vorstellen außerhalb des Sports tätig zu sein. Grundsätzlich war und bin ich jemand der gerne Verantwortung übernimmt und gerne Entscheidungen trifft. Irgendwo wird irgendwie eine Tür aufgehen, da bin ich mir ziemlich sicher.

Viel Erfolg für das Bachelorstudium und die Karriere nach der Karriere!