2017 hat Patrick Lippek (links auf dem Bild) noch selber an der Weiterbildung „Fußball Management“ teilgenommen. 2021 steht er als Dozent vor dem neuen Jahrgang. Noch bis zum 20. September können sich Interessierte dafür anmelden. In seiner Dozententasche befinden sich übrigens immer Marshmallows und Spaghetti – wichtig für das Modul Sportkommunikation. Wie er die Weiterbildung erlebt hat und worauf sich die neue Gruppe freuen kann, verrät er in diesem Interview.

Du hast 2017 die Weiterbildung zum Fußball Manager gemacht. Wie war das für dich?

Aufregend! Ich habe viele spannende Menschen kennengelernt. Lutz Pfannenstiel, damals noch als Scout und Leiter der internationalen Beziehungen bei der TSG 1899 Hoffenheim, fand ich beispielsweise sehr inspirierend. Ihm hätte ich stundenlang zuhören und mit Fragen löchern können. Die Begegnung mit vielen verschiedenen Menschen sind einfach sehr erfrischend, manchmal sind daraus sogar Jobangebote entstanden. Letztendlich war die Weiterbildung eine der besten Entscheidungen, die ich getroffen habe und eine Investition in mich selbst.

Interessierte fragen sich ganz oft: „Was erwartet mich bei dieser Weiterbildung?“. Was antwortest du?

Es ist schwer in Worte zu fassen, man muss es eigentlich selbst erlebt haben. Zuallererst ist da die schönste Nebensache der Welt – der Fußball, der mit dem Wunsch im Sportbusiness Fuß fassen zu wollen, kombiniert wird. Dann eignet man sich, gemeinsam in einem familiären Wohlfühl-Umfeld, theoretisches und praktisches Wissen an, baut sich sein eigenes Netzwerk auf, um anschließend offene Türen einzurennen.

Vom Alumni zum Dozenten: Nun bist du selber als Dozent bei der Weiterbildung im Einsatz. Was ist in den Seminaren besonders wichtig?

Ein Austausch auf Augenhöhe. Es gilt sich gemeinsam Themen zu widmen und diese zu diskutieren. Ich verbinde in meiner Lehre das theoretische Wissen mit Praxiserfahrungen aus meinem Berufsalltag. Klar, viele theoretische Grundlagen sind einfach notwendig, um Themen greifen und erklären zu können, viele andere Themen sollte man aber im Diskurs mit den Teilnehmenden verhandeln. Nur so können gemeinsam Problematiken im Kontext der Sportkommunikation gelöst und kreative Ideen entwickelt werden. Hier kommen auch schon mal Spaghetti, Marshmallow und Klebestreifen zum Einsatz. Es soll ja auch Spaß machen. Und wenn die Teilnehmenden selbst etwas kreieren, bleibt das Gelernte auch viel besser im Gedächtnis. Aber jede Gruppe ist einzigartig und besonders. Es bringt rein gar nichts, immer nach Schema F vorzugehen. Dadurch, dass die Gruppengröße familiär ist, lässt sich jedes Seminar auch nach den Bedürfnissen der Teilnehmenden anpassen. Ich merke schnell, ob die Teilnehmenden mit Feuer und Flamme dabei sind oder bei einem bestimmten Thema eben nicht. Denn wenn man in der (Sport)Kommunikation etwas lernt, dann dass „man nicht nicht kommunizieren kann“ (Watzlawick).

Das Ziel ist, dass die Teilnehmenden für die Praxis gut gerüstet sind. Wie stellst du dies sicher?

Der Transfer in die Praxis gelingt durch zwei Dinge: Du musst selbst Antrieb und Motor für die Teilnehmenden sein und auch mal aus dem Nähkästen plaudern. Hier hilft Ehrlichkeit. Auch mal erzählen, wenn was nicht so gut lief. Das zweite: Einfach mal machen! Die Teilnehmenden müssen selbst gestalten und praxisnahe Aufgaben erledigen. Deshalb werden die Teilnehmenden auch selbst Pressemitteilungen verfassen und Pressefotos erstellen.

Du arbeitest aber nicht nur als Dozent, sondern hauptberuflich bei Arminia Bielefeld. Wie nützt dir hier die Weiterbildung zum Fußball Manager?

Ich bin bei der Arminia in der Abteilung Fußballkultur + Soziales tätig. Hier ist es wichtig, sich klar und präzise ausdrücken zu können und Sachverhalte multiperspektivisch zu durchdenken. Durch das Schreiben wissenschaftlicher Texte im Zuge der Modulabschlüsse wird die Fähigkeit, klar strukturierte und verständliche Texte zu verfassen, tiefergehend geschult. Dies ist eine Schlüsselkompetenz, die in nahezu allen Berufen unabdingbar ist.

Auch haben einzelne Module dabei geholfen Zukunftstrends in den jeweiligen Branchen zu erkennen und diese Themen für den eigenen Beruf weiterzudenken. Hier sind z.B. fußballkulturelle Themen und die gesellschaftliche und soziale Verantwortung des Profifußballs zu nennen. Es ist in meinen Augen ein überholter Ansatz, die Attraktivität und die Wettbewerbsfähigkeit einer Liga hauptsächlich nach ökonomischen und sportlichen Kennziffern zu beurteilen. Perspektivisch muss der Wertewandel in der Gesellschaft im Profifußball berücksichtigt werden, um nachhaltig erfolgreich zu sein – sportlich wie wirtschaftlich.

Im Oktober startet die nächste Weiterbildung „Fußball Management“. Wir wünschen dabei viel Spaß und tolle Diskussionen. Danke für das Gespräch!