In den letzten Zügen der Master-Thesis und gerade vom UEFA internen Fußball-Tennis-Turnier am Schreibtisch zurück. Wie ist es gelaufen?

Ich bin seit fast zwei Jahren endlich wieder auf dem Rasen gestanden und habe Fußball-Tennis gespielt. Mein Knie hat es ganz gut mitgemacht, und ich hatte riesigen Spass einfach mal wieder einen Ball am Fuss zu haben. Leider muss ich zugeben, dass ich verloren habe und jeder der mich kennt weiss, dass ich mich natürlich fürchterlich aufgeregt habe.

Aber auch das war ein schönes Gefühl, endlich mal wieder Emotionen auf dem Platz zu leben. Mein Knie wird morgen wieder dick sein, was am Ende bleibt, ist allerdings Fußballer-Glückseligkeit.

Wie bringen Sie Studium und Job unter einen Hut?

Es ist eine große Herausforderung. Man muss eine gute Balance finden, beiden Seiten gerecht zu werden. Zudem braucht es einen verständnisvollen Arbeitgeber, der einen unterstützt und Freiräume gibt, um zu lernen und die Arbeiten zu verfassen. Natürlich muss man auch selber viel Disziplin und Engagement mitbringen. Die letzten Monate sass ich fast jeden Abend und an den Wochenenden an der Master-Thesis. Es ist aber ja auch eine absehbare Zeit, daher investiere ich sie gerne. Es lohnt sich.

Konnten Sie Gelerntes vom Studium direkt in der Arbeitswelt anwenden?

Absolut. Ich bekam die Chance gleich in einer Führungsposition Fuß zu fassen. Da der Master am SPORTBUSINESS CAMPUS so breit aufgestellt ist, konnte ich aus fast allen Modulen wichtige Erkenntnisse in meinen Job einbringen. Die praxisnahe Vermittlung der Theorie vereinfacht den Transfer in die Arbeitswelt enorm. Vor allem die Module Financing, Personalmanagement, Strategie und Führung waren für mich besonders wertvoll.

Warum haben Sie sich für ein Master-Studium entschieden?

Ich glaube, es liegt in der Natur einer Sportlerin, dass man immer den höchst möglichen Titel oder besser gesagt Abschluss ins Visier nimmt. Ich strebe immer nach mehr – nach mehr Wissen in diesem Fall. Ich möchte lernen, mich entwickeln – und das was ich von meinem Umfeld, meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erwarte, möchte ich natürlich auch vorleben. Generell denke ich, dass wer im Job eine solide Karriere und sicheren Arbeitsplatz haben möchte, nicht um den Master herumkommt. Man muss Qualifikationen vorweisen, um auch Dinge einfordern zu können.

Sie haben schon während Ihrer Profi-Karriere studiert. Was empfehlen Sie Sportlerinnen und Sportlern?

Unbedingt während der Sportkarriere zu studieren. Es tut gut, neben den körperlichen Anstrengungen auch etwas für den Kopf zu tun – und man hat als Sportler auch Zeit, ein Studium zu absolvieren. Natürlich muss man recherchieren und eine Uni finden, die das Sportlerdasein versteht und die Flexibilität garantieren kann. Für mich war der VfL Campus mit die beste Lösung, die mir passieren konnte. Eine junge, flexible Uni – geführt von einer ehemaligen Sportlerin – direkt vor der Haustür. Ich wollte eigentlich meinen Master schon abgeschlossen haben, ehe ich meine Sportkarriere beende, damit ich top vorbereitet in das neue Leben starten kann. Meine Knie-Verletzung hat meine Planung ein wenig über den Haufen geworfen, um so froher war ich, dass ich mein Studium schon weit vorangetrieben hatte. Im Profisport – oder auch Hochleistungsamateursport – passiert so schnell eine Verletzung. Darum ist es umso wichtiger, zweigleisig zu fahren. Zu dem lernt man im Studium auch neue Menschen kennen. Man dreht sich nicht immer in diesem Sportwelt-Karussell, das tut auch gut – einfach einmal Menschen kennenzulernen und zu diskutieren, die nichts mit Sport am Hut haben. Es erdet einen. Manchmal hätte ich gerne noch mehr das Studenten-Leben mit meinen Kommilitonen genossen. Aber auch da musste ich diszipliniert sein und Kompromisse eingehen. Trotzdem kann ich natürlich einige lustige Geschichten erzählen. Es hätten gerne ein paar mehr sein können.

Was hat Ihnen am VfL Campus am meisten gefallen?

Die große Verzahnung von Theorie und Praxis. Die Dozierenden haben wirklich Ahnung nicht nur inhaltlich, sondern auch wie sie auf uns als Gruppe eingegangen sind. Wir hatten Sportlerinnen und Sportler, Arbeitende in Wirtschaft und Industrie – eine bunte Studenten-Truppe, die einfach gemeinsam lernen wollte. Natürlich empfand ich die Gruppengröße (10 Personen anm.d.R.) als sehr angenehmen. So konnte man die Dozierenden richtig einvernehmen. Auch die große Flexibilität von der Uni war für mich etwas Wichtiges: Bei Modul-Engpässen wurde immer eine gemeinsame Lösung gesucht.

Wem empfehlen Sie das Master Studium am SPORTBUSINESS Campus?

Jeder und jedem, der sich breit aufstellen will und bereit ist, die extra Meile zu gehen. Man trifft auf coole Leute, die sich bewusst sind, dass es zwei Jahre ein wenig hart wird. Alle haben das gleiche Ziel vor Augen: den bestmöglichen Karriereweg einzuschlagen. Man hilft einander, lernt natürlich dadurch besondere Menschen kennen und baut ein Netzwerk auf. 

Wohin geht denn Ihre Reise?

Wenn ich den Master abgeschlossen habe, habe ich endlich Zeit, so richtig in der Schweiz anzukommen. Ich habe ja dann plötzlich wieder Abende und Wochenenden frei. Ich möchte nicht nur mein Team bei der UEFA weiterentwickeln und viele Projekte anschieben, sondern vor allem strategisch wichtige Entscheidungen treffen, um Fußball – im Speziellen den Frauenfußball – noch weiter zu bringen. Natürlich möchte ich dann auch die nächste Qualifikation anstreben: Die UEFA A-Trainierlizenz. Was ich sicherlich nicht machen werde, ist eine 3-5 Jahres-Prognose. Ich habe in meinem Sportlerleben gelernt, dass alles so schnell gehen kann. Ich verfolge ein wenig das Motto „leben und geschehen lassen“ – ohne jedoch den Fokus zu verlieren, immer aus jeder Situation das Beste zu machen: Ich möchte mich immer beweisen und etwas erreichen.

LAUSANNE, SWITZERLAND – JUNE 27: Nadine Kessler signs autographs during the WePlayStrong training at International School of Lausanne (ISL) on June 27, 2017 in Lausanne, Switzerland. (Photo by The Image Gate – UEFA/UEFA via Getty Images)